CBD und besserer Schlaf – Überblick über die aktuelle Forschungslage

Cannabidiol (CBD) ist in aller Munde und insbesondere seine Wirkung auf den Schlaf! Erste Studien lesen sich dazu bereits sehr vielversprechend und zeigen, dass CBD tatsächlich zu einem besseren Schlaf beitragen kann. In diesem Blogbeitrag wollen wir einen Überblick zum aktuellen Forschungsstand zu CBD und besserem Schlaf geben. Außerdem zeigen wir Dir, wie wir aktiv selbst daran forschen!

1.  Einflussfaktoren auf den Schlaf

Warum kannst Du nicht 24 Stunden am Tag - jeden Tag - aktiv sein und keine kostbare Zeit mit Schlaf vergeuden? Schlaf ist wichtig für deinen Körper, denn durch Schlaf erholt sich dieser und führt lebenswichtige Stoffwechselvorgänge durch. Während des REM-Schlafs werden außerdem Erinnerungen des Kurzeitgedächtnisses ins Langzeitgedächtnis übertragen. Daher ist es nicht verwunderlich, dass Du gesundheitliche Probleme bekommst, wenn Du zu wenig schläfst. Dabei kann es zu systemischen Entzündungsreaktionen kommen und auch Deine Konzentration und Dein Fettabbau können beeinträchtigt sein. Hochwertiger Schlaf ist also eine gesundheitliche Notwendigkeit für Dich – damit Du geistig, körperlich und auch sexuell leistungsfähiger und somit glücklicher bist.

Bevor wir darauf eingehen, was Deinen Schlaf verbessern kann, ist es wichtig Faktoren zu kennen, die Deinen Schlaf negativ beeinflussen. Mindestens zwei Stunden vor dem Schlafengehen solltest Du helles und vor allem blaues Licht vermeiden. Also Handy rechtzeitig weglegen oder zur Not eine Blaulichtbrille aufsetzen. Und auch Alkohol ist kein probates Mittel, um Deinen Schlaf zu schützen. Er hindert Dich zwar nicht am Einschlafen, beeinträchtigt aber erheblich die Qualität Deines Schlafes. Ein warmes Schlafzimmer kann ebenfalls den Einschlafvorgang verzögern und Deine Schlafqualität verringern. Bei einem angenehm kühlen Raum kannst Du also schneller einschlafen und auch tiefer schlafen. Was aber beeinflusst den Schlaf nun positiv? Das ist zum Beispiel körperliche Aktivität und Bewegung an der frischen Luft. Besonders in Zeiten von Stress kann körperliche Aktivität Deine Schlafqualität verbessern. Sinnvoll kann es auch sein, jeden Abend etwa zur gleichen Zeit ins Bett zu gehen. Eine beruhigende Routine vor dem Schlafengehen kann Deinen Körper auf den Schlaf vorbereiten.

2. Der aktuelle Forschungsstand zu Cannabidiol (CBD)

Was aber ist, wenn Du all das bereits umsetzt, aber es mit dem Schlaf immer noch nicht so recht funktionieren will? Vielleicht hast Du schon einmal etwas von CBD gehört. CBD ist derzeit in aller Munde, da es sich positiv auf eine Vielzahl von Beschwerden auswirken soll.

2.1 Was genau ist CBD?

Cannabidiol (CBD) wird aus der Cannabispflanze extrahiert. Die Cannabispflanze wurde schon in der Antike kultiviert und für ihre medizinischen und industriellen Zwecke genutzt. Cannabidiol kommt unter den mehr als 80 verschiedenen chemischen Verbindungen (Cannabinoide) der Cannabispflanze am zweithäufigsten vor. Spitzenreiter ist Tetrahydrocannabinol (THC), welches für seine psychoaktiven Eigenschaften bekannt ist.

Da aber verschiedene Stämme der Pflanze angebaut werden, ist es möglich aus dem sogenannten Industriehanf, welcher gesetzlich weniger als 0,2 % THC enthält, das nicht-psychoaktiv wirkende CBD-Öl zu extrahieren.

2.2 Bei welchen Symptomen kann CBD helfen?

Viele verschiedene Kulturen haben die Cannabis-Pflanze zur Behandlung einer Fülle von Beschwerden eingesetzt. Praktizierende im alten China behandelten gezielt Malaria, Menstruationsbeschwerden, Gicht und Verstopfung. Im Mittelalter wurde Cannabis gegen Schmerzen, Epilepsie, Übelkeit und Erbrechen eingesetzt, und in der westlichen Medizin wurde es üblicherweise als Analgetikum verwendet.

Insbesondere scheint CBD Vorteile bei einer Vielzahl von neurologischen Erkrankungen zu haben, einschließlich der Verringerung schwerer neurologischer Anfälle. Eine kürzlich durchgeführte große, gut kontrollierte Studie zu pädiatrischer Epilepsie dokumentierte eine positive Wirkung von CBD bei der Verringerung der Anfallshäufigkeit um mehr als 50 %[1]. CBD ist in den USA zur Behandlung von bestimmten Epilepsieformen bereits als Medikament zugelassen[2].

2.3 Endogene Cannabinoide - das körpereigene Cannabinoidsystem

Des Weiteren konnte gezeigt werden, dass bei dem sogenannten „Runners High-Erlebnis“ – eine Art euphorischer Empfindung bei und nach dem Sport –nicht nur Endorphin ausgeschüttet wird, sondern zum Teil durch Anandamid induziert wird, das auf CB1-Rezeptoren wirkt und angstlösende Effekte im Körper auslöst[3]. Anandamid soll aber auch bei der Regulierung von Schmerzen und des Appetits eine große Rolle spielen.

Wie vor einigen Jahren festgestellt wurde, verfügt der menschliche Körper über ein Endocannabinoid System, zu dem auch die Cannabinoid Rezeptoren (CB1 und CB2) gehören. Diese sind im Körper angeordnet und interagieren mit den vom Körper selbst hergestellten, wie auch mit den von außen zugeführten, Cannabinoiden. Die Cannabinoid Rezeptoren sind praktisch die Aktionspunkte des Endocannabinoid Systems im menschlichen Körper. Dabei sitzen diese Rezeptoren im Gehirn und in den Nervenzellen und stimulieren verschiedene Botenstoffe, die sich dann auf den Schlaf, die Schmerzen wie auch auf das Gehirn und das allgemeine Wohlbefinden auswirken können. Da der Körper in der Regel selbst Endocannabinoide produziert, interagieren die Rezeptoren mit den Endocannabinoiden.

2.4 Exogene Cannabinoide - von außen zugeführte Cannabinoide

Es kann aber durchaus vorkommen, dass der Körper aus dem Gleichgewicht kommt und so weniger Endocannabinoide produziert werden. Dies heißt, dass dann Cannabinoide von außen zugeführt werden müssen, sodass die Rezeptoren mit ausreichend Cannabinoiden versorgt werden und Prozesse im Körper so reguliert bzw. harmonisiert werden können. Exogene Cannbinoide können mittels CBD zugeführt werden – werden diese aufgenommen sprechen sie die CB1 und CB2 Rezeptoren an und haben einen psychologischen wie auch physischen Effekt auf den Körper. Die Aktivität von CBD an diesen Rezeptoren könnte für seine neuroprotektiven, antidepressiven und angstlösenden Wirkungen verantwortlich sein. Der Wirkungsmechanismus durch den CBD Angstzustände verringert, ist jedoch noch unklar[4]. CBD erwies sich in mehreren Studien als hilfreich bei Probanden in einem simulierten Test zum Sprechen in der Öffentlichkeit und konnte in Einzeldosen zwischen 300 mg bis 600 mg Angstzustände verringern[5][6][7].

3. Die Wirkung von CBD auf Angst und Schlaf

Eine weitere Studie untersucht die Auswirkungen von CBD auf Angst und Schlaf bei Patienten in einer Klinik, die Angst oder Schlaf als Hauptanliegen haben. 72 erwachsenen Patienten, die sich primär mit Angstzuständen (65,3%; n = 47) oder schlechtem Schlaf (34,7%; n = 25) vorstellten, bekamen CBD 25 mg/d in Kapselform. Wenn Angstbeschwerden überwogen, erfolgte die Dosierung jeden Morgen nach dem Frühstück. Wenn Schlafbeschwerden überwogen, erfolgte die Dosierung jeden Abend nach dem Abendessen. Bei der ersten monatlichen Beurteilung nach Beginn der CBD-Behandlung erlebten 79,2 % und 66,7 % aller Patienten eine Verbesserung der Angstzustände und des Schlafes. Zwei Monate nach Beginn der CBD-Behandlung berichteten 78,1 % bzw. 56,1 % der Patienten über eine Verbesserung der Angstzustände bzw. des Schlafs im Vergleich zum vorherigen Monat[8].

4. Weitere Studien und Symptome

Die aktuelle Literatur konzentriert sich hauptsächlich auf die Verwendung von Cannabidiol (CBD) bei der Behandlung von chronischen Gesundheitszuständen wie Multipler Sklerose, posttraumatischer Belastungsstörung (PTSD) und chronischen Schmerzen. Der Schlaf ist in vielen Studien oft eher ein sekundäres als ein primäres Ergebnis. Viele der untersuchten Studien deuten darauf hin, dass Cannabinoide therapeutisches Potenzial für die Behandlung von Schlaflosigkeit haben könnten, das heißt die Schlafqualität verbessern, Schlafstörungen verringern und die Latenzzeit des Einschlafens verkürzen könnten. CBD könnte vielversprechend bei REM-Schlaf-Verhaltensstörungen und exzessiver Tagesschläfrigkeit sein. Während viele der Studien einen positiven Effekt auf den Schlaf zeigten, gibt es viele einschränkende Faktoren, wie z. B. kleine Stichprobengrößen, die Untersuchung des Schlafs als sekundäres Ergebnis im Zusammenhang mit einer anderen Krankheit und relativ wenige Studien, die validierte subjektive oder objektive Messungen verwenden. Die Forschung zu Cannabis und Schlaf steckt noch in den Kinderschuhen und bedarf weiterer kontrollierter und longitudinaler Forschung[9].

5. Unser Beitrag zur aktuellen Forschungslage

Wir hoffen nun, dass Du einen Einblick in die aktuelle Forschungslage zu CBD und Schlaf bekommen hast. Wissenschaftliche Belege über die Wirkung bei CBD beim Thema Schlaf sind also noch rar. Darum haben wir beschlossen unseren Teil zur Forschung beizutragen. Wir führen aktuell mit ca. 50 Probanden eine CBD-Kur durch, bei der zunächst der Ausgangsstatus hinsichtlich einiger gesundheitlicher Parameter – darunter auch Schlaf (Einschlafzeit, Einschlafqualität, Durchschlafqualität) – erfasst wird. In einem Zeitraum von 2 Monaten nehmen die Probanden eine sich steigernde Dosis an CBD ein und teilen uns anhand eines wöchentlichen Umfragebogens ihre Erfahrungen mit. Macht euch also bereit für spannende Ergebnisse, die wir natürlich an dieser Stelle auch anonymisiert veröffentlichen.

 

6. Literaturverzeichnis

[1] Devinsky O, Cross JH, Laux L, et al. Cannabidiol in Dravet Syndrome Study Group. Trial of cannabidiol for drug-resistant seizures in the Dravet syndrome. N Engl J Med. 2017 May 25;376(21):2011–20.

[2] Arzimanoglou A, Brandl U, Cross JH, Gil-Nagel A, Lagae L, Landmark CJ, Specchio N, Nabbout R, Thiele EA, Gubbay O, The Cannabinoids International Experts Panel; Collaborators. Epilepsy and cannabidiol: a guide to treatment. Epileptic Disord. 2020 Feb 1;22(1):1-14.

[3] Fuss J, Steinle J, Bindila L, et al. A runner’s high depends on cannabinoid receptors in mice. Proc Natl Acad Sci U S A. 2015 Oct 20;112(42):13105–8.

[4] Zanelati TV, Biojone C, Moreira FA, Guimarães FS, Joca SR. Antidepressant-like effects of cannabidiol in mice: Possible involvement of 5-HT1A receptors. Br J Pharmacol. 2010 Jan;159(1):122–8.

[5] Zuardi AW, Rodrigues NP, Silva AL, et al. Inverted U-shaped dose-response curve of the anxiolytic effect of cannabidiol during public speaking in real life. Front Pharmacol. 2017 May 11;8:259.

[6] Bergamaschi MM, Queiroz RH, Chagas MH, et al. Cannabidiol reduces the anxiety induced by simulated public speaking in treatment-naïve social phobia patients. Neuropsychopharmacology. 2011 May;36(6):1219–26.

[7] Zuardi AW, Cosme RA, Graeff FG, Guimarães FS. Effects of ipsapirone andcannabidiol on human experimental anxiety. J Psychopharmacol. 1993 Jan;7(1 Suppl):82–8.

[8] Shannon, S., Lewis, N., Lee, H., & Hughes, S. (2019). Cannabidiol in Anxiety and Sleep: A Large Case Series. The Permanente journal, 23, 18–041.

[9] Kuhathasan N, Dufort A, MacKillop J, Gottschalk R, Minuzzi L, Frey BN. The use of cannabinoids for sleep: A critical review on clinical trials. Exp Clin Psychopharmacol. 2019 Aug;27(4):383-401.

[10] Bildquelle: Unsplash (bruce mars)


1 comment


  • Bernd Sachs

    Hallo
    Hier mal einen Dankeschön für die sachliche Aufklärung in Sache CBD , hat mir mich dazu angeregt es auch mal auszuprobieren.
    Danke.


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