Rückenschmerzen mit CBD bekämpfen?

CBD ist aufgrund seiner schmerzstillenden und entzündungshemmenden Wirkung populär geworden. Allerdings hat die Vermarktung und der Verkauf von CBD die wissenschaftlichen Erkenntnisse über seine Wirksamkeit überholt. Bisher wurde lediglich ein einziges Medikament zur Behandlung seltener Epilepsieformen bei Kindern zugelassen. Tatsächlich ist das Endocannabinoid-System aber an einer Vielzahl von Krankheiten beteiligt, die von neurodegenerativen Störungen bis hin zu Diabetes reichen. Die Folge: CBD wird als Heilmittel für jedes denkbare Leiden vermarktet. Was davon wahr ist und was einfach nur Marketing ist, ist für Laien oft nicht zu unterscheiden. Wir sind daher immer auf Suche nach neuen wissenschaftlichen Publikationen zum Thema CBD, um das tatsächliche Potenzial von CBD näher zu beleuchten. Heute hat eine Studie unsere Aufmerksamkeit erlangt, die Patienten mit Rückenbeschwerden zu ihren CBD-Verwendungsgewohnheiten befragt.

Mittlerweile gibt es wissenschaftliche Belge dafür, dass CBD entzündliche und neurogene Schmerzen lindern kann. Dies hat Ärzten den Anlass gegeben zu hinterfragen, ob eine Einnahme von CBD Beschwerden im Zusammenhang mit der Wirbelsäule, wie mechanische oder neuropathische Schmerzen, lindern kann. Eine anonyme Querschnittsbefragung soll Einblicke in die CBD-Konsumgewohnheiten und Überzeugungen von Patienten mit Wirbelsäulenbeschwerden geben. Patienten in einem Krankenhaus für Wirbelsäulenchirurgie wurden gefragt, ob sie CBD zur Schmerzbekämpfung nutzen.

Von den 214 Wirbelsäulenpatient*Innen, die die Umfrage ausfüllten, benutzen 25 % CBD. Die Analyse der Konsummuster der CBD-Nutzer*innen ergibt folgendes:

Die meisten (67 %) Patient*Innen geben an, CBD bei Rückenschmerzen zu verwenden, 37 % bei Nackenschmerzen. Etwa ein Viertel der Patient*Innen nimmt CBD auch wegen möglicher Verbesserungen des Schlafs ein (26 %). Von den CBD-Konsument*Innen mit einer Vorgeschichte einer Wirbelsäulenoperation verwenden 29 % CBD vor ihrer Operation, 18 % vor und nach der Operation und 53 % nach der Operation. Die meisten Patient*Innen verwenden CBD entweder 2-5 (41%) oder 6-10 (32%) Mal pro Woche. Fast die Hälfte der Patient*Innen, die CBD verwenden, erfahren eine Schmerzlinderung (46 %), ein Drittel stellt eine Verbesserung des Schlafs fest (33 %), ein Fünftel berichtet über eine Verringerung der Angstzustände (20 %), und etwa ein Viertel stellt keine positiven Auswirkungen fest (24 %). Unerwünschte Wirkungen werden von 15 % der CBD-Konsument*Innen berichtet, darunter Unruhe (n = 1 Patient*In), Durchfall (n = 2), Müdigkeit (n = 4) und Übelkeit (n = 2). Die meisten Nutzer*Innen (63,0 %) würden CBD einem Freund zur Schmerzlinderung empfehlen.

In dieser Studie wird festgestellt, dass die Hauptgründe für die anfängliche Verwendung von CBD in der möglichen Linderung von Rücken- und Nackenschmerzen liegen. In Anbetracht der Tatsache, dass Rücken- und Nackenschmerzen zwei Symptome sind, die häufig auf verschiedene Formen konservativer und chirurgischer Behandlungen nicht ansprechen, wäre zu erwarten, dass Patient*Innen mit diesen Symptomen gerne eine neuartige Therapie zur Linderung ausprobieren würden. Die Ursache chronischer Rücken- und Nackenschmerzen ist multifaktoriell und setzt sich aus entzündlichen, neuropathischen und psychogenen Komponenten zusammen. Aus pathophysiologischer Sicht gibt es mehrere Tierstudien, die die Fähigkeit von CBD belegen, sowohl die entzündlichen als auch die neuropathischen Komponenten von Muskel-Skelett-Schmerzen zu lindern. Mehrere Studien zeigen vielversprechende erste Ergebnisse bei orthopädischen Anwendungen (2). Eine Studie vergleicht das Schmerzverhalten und die Entzündung des Kniegelenks nach CBD-Verabreichung in einem Ratten-Osteoarthritis-Modell und stellt eine dosisabhängige Reaktion auf CBD fest (3). Obwohl es nur wenige Daten zu Wirbelsäulenpatienten gibt, ergibt eine nicht kontrollierte Beobachtungsstudie mit 11 Patient*Innen mit gescheiterten Rückenoperationen, dass ein orales CBD/THC-Kombinationspräparat zu Verbesserungen bei Schmerzen führt (4).

Diese Untersuchung zeigt, dass CBD eine weit verbreitete alternative Therapie ist, die von vielen Patient*Innen mit Wirbelsäulenbeschwerden genutzt wird.

 

1 Lovecchio F, Langhans MT, Bennett T, Steinhaus M, Premkumar A, Cunningham M, Farmer J, Albert T, Huang R, Katsuura Y, Qureshi S, Schwab F, Sandhu H, Kim HJ, Lafage V, Iyer S.; Prevalence of Cannabidiol Use in Patients With Spine Complaints: Results of an Anonymous Survey. Int J Spine Surg. 2021 Aug;15(4):663-668.

2 Philpott HT, O'Brien M, McDougall JJ.; Attenuation of early phase inflammation by cannabidiol prevents pain and nerve damage in rat osteoarthritis. Pain. 2017;158(12):2442–2451.

3 Hammell D, Zhang L, Ma F, et al.; Transdermal cannabidiol reduces inflammation and pain-related behaviours in a rat model of arthritis. Eur J Pain. 2016;20(6):936–948.

4 Mondello E, Quattrone D, Cardia L, et al.; Cannabinoids and spinal cord stimulation for the treatment of failed back surgery syndrome refractory pain. J Pain Res. 2018;11:1761–1767


Leave a comment

Please note, comments must be approved before they are published